Handreichung zum Streit im Bauverein

Handreichung zu den Streithintergründen im Bauverein Bestwig eG

 

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Mitglieder,

 

wie Sie wissen gibt es zwischen einigen Gremienvertreten des Bauverein einen lähmenden Streit. Worum es dabei eigentlich geht versteht kaum jemand. Deshalb hier ein paar Hintergründe.

 

Am 28. Oktober 2016 bin ich zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Bauverein Bestwig gewählt worden. Mit Enthusiasmus und unermüdlichem Tatendrang wurden danach von einem Teil des Vorstands mit Unterstützung des Aufsichtsrates spürbare Sanierungen, Verbesserungen im Service usw. vorgenommen. Waren früher monatelange Wartezeiten für kleine Reparaturen üblich wurde nun plötzlich vieles innerhalb weniger Tage, manchmal noch am selben Tag erledigt. In Wohnräumen ohne Heizung wurde kurzfristig eine eingebaut, ohne lange zu fragen ob das nötig sei. Defekte Speicher-Heizungen wurden durch moderne ersetzt. Auftretender Schimmel wurde kurzfristig beseitigt und fachgerecht saniert.

 

Bisher wurden über 20 Wohnungen saniert und in vermietbaren Zustand gebracht. Das sind so viele wie in den letzten 20 Jahren nicht. Der Leerstand im Bauverein Bestwig ist so niedrig wie lange nicht mehr. Zur Zeit gibt es nur 3 leerstehende, vermietbare Wohnungen. Für alle gibt es bereits Interessenten. Derzeit liegen über 20 Anfragen nach passenden Wohnungen vor. Wesentliche Projekte wurden im Rahmen des Strategie- und Entwicklungskonzepts konstruktiv auf den Weg gebracht und werden kurzfristig zum Aufschwung und Wohlstand des Bauverein beitragen. 

 

So wurde ein Studentenhaus mit über 40 Appartements für den Standort Meschede geplant. Dort herrscht bei über 2.000 Studenten ein enormer Bedarf an Studentenwohnungen. Weiter wurde die Konzeption für ein Mehrgenerationen-Haus mit 30 Whg. in Bestwig entwickelt, mit überwiegend barrierefreien Wohnungen. Ein absolutes Novum auf dem Wohnungsmarkt in Bestwig. Beides Chancen für eine wirtschaftlich sinnvolle Expansion des Bauverein die zur Stabilisierung beitragen soll.

 

Für 16 Wohnungen innerhalb des Bestandes in Bestwig müssen Grundsanierungen durchgeführt werden, auch dafür gibt es bereits Planungen und Angebote von örtlichen Bau-, Maler-, Tischler-, Fenster-, Elektro- und Sanitärfirmen. Da diese Maßnahmen aufwändig sind sollen sie fremdfinanziert werden, wofür bereits Finanzierungsangebote vorliegen, die eigentlich nur abgerufen werden müssten. 

 

Und mit diesem Thema nähern wir uns einem Streitpunkt innerhalb der Gremien.

 

Nachdem zunächst alle beschriebenen Maßnahmen, die innerhalb des Strategie- und Entwicklungskonzepts des Bauverein liegen, einstimmig in Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen wurden, erklärte plötzlich ein Vorstandsmitglied, dass er die Beschlüsse nicht mehr mittragen wolle und entschied sich zum Boykott der Maßnahmen. Bisher ohne jegliche inhaltliche Begründung.

 

Boykott eines Vorstands führt zur Lähmung.

Das Ergebnis ist bereits nach Außen sichtbar geworden. Nachdem über 100 cbm Schutt, Müll und Hinterlassenschaften aus 40 Jahren nicht sanierten Wohnungen weggeschafft wurden, passierte plötzlich nichts mehr. Die Angebote der Firmen liegen vor, die Aufträge könnten kurzfristig ausgelöst werden, da das aber von zwei Vorständen geschehen muss passiert derzeit nichts in der Richtung. In der Folge kommt es zu so absurden Einzelfällen, so dass in zwei Wohnungen eine defekte Heizung nicht ersetzt werden kann und in drei Wohnungen angefangene Badreparaturen nicht fertig gestellt werden können und diese Bäder und Toiletten deshalb nicht benutzbar sind.

 

Nachdem ich dieses Vorstandsmitglied wegen seines erklärten Boykotts und Fehlverhaltens gegen Beschlüsse und gesetzliche Regelungen in 33 nachgewiesenen Fällen, mehrfach zum Rücktritt aufgefordert habe wurde dann aus dieser Richtung als Retourkutsche die Idee entwickelt meine Wahl in den Aufsichtsrat sei unwirksam. Dass diese Illusion fast ein Jahr nach der erfolgten Wahl aufkommt erstaunt um so mehr, zumal Beschlüsse innerhalb eines Monats anzufechten wären. Dies scheint also ein untrüglicher Versuch zu sein von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. 

 

Womit wir beim nächsten Streitpunkt wären. 

 

Zunächst zu der Wahl: sollte also tatsächlich ein Formfehler bei meiner Wahl vorgelegen haben, wäre es ein leichtes gewesen dies kurzfristig zu korrigieren. Einfach die möglichen fehlerhaften Beschlüsse auf einer Mitgliederversammlung formgerecht wiederholen und fertig wäre die Angelegenheit.

 

Worum geht es also eigentlich? Natürlich nicht um diesen möglichen Formfehler, man benutzt diese Möglichkeit um darüber die Konzeption des "neuen Bauverein" auszuhebeln.

 

Auf der formalen Ebene wird es so grotesk, dass plötzlich zu einer Mitgliederversammlung für den 26. Oktober eingeladen wird von jemandem der nicht dazu legitimiert ist, nicht Aufsichtsratsvorsitzender ist und sich auch nicht hätte selbst dazu bestellen können. Bereits im Vorfeld unterliegt diese so genannte Einladung einem rechtlichen Einberufungsmangel der die Veranstaltung von vorne herein beschlussunfähig macht.

 

Inhaltlich geht es also um eine Grundsatzentscheidung: ob es nach einem kurzen "Frühling", einem von vielen Mietern herbeigesehnten Aufbruch, wieder zurück in die Erstarrung und Passivität der vormals letzten 30 Jahre geht oder die moderne, an den Bedürfnissen der Bewohner orientierte Verbesserung der Wohnverhältnisse, weiter geht.

 

Es wird in den nächsten Wochen zu einer rechtlich einwandfrei legitimierten Mitgliederversammlung kommen auf der genau darüber entschieden wird. Die Einladung wird Ihnen bald zugehen.

 

Sollten Sie weitere Informationen wünschen, stehe ich dazu gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bauverein Bestwig eG

Peter Voßwinkel

Aufsichtsratsvorsitzender

 

PS: Ausdrücklich möchte ich dem Vorstand Anton Voßwinkel, der für die Bewohner rund um die Uhr im Einsatz ist, und dem Aufsichtsrat Robin Knüpfer für die bisherige vertrauensvolle und inhaltlich konstruktive Zusammenarbeit danken.